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1.1.1970 -

Aus dem Schuppen 3 wird das EuropaQuartier

Stadtentwicklung

Große Pläne für eines der größten Bauprojekte in der Überseestadt

Die Bagger haben bereits schwer gearbeitet, die Architekten fleißig geplant und die Investoren sind voller Tatendrang: An der Konsul-Smidt-Straße wird der Schuppen 3 größtenteils abgerissen, auf dem Gelände entsteht bis 2021 das neue EuropaQuartier: ein Mix aus Wohnen, Büros, Handel und Dienstleistungen, ein weiterer Meilenstein für die Überseestadt.

Modell vom EuropaQuartier
Unterstützt wird Ingo Damaschke (rechts) vom Bremer Architekten Professor Manfred Schomers (links) und Vermarktungspartner Jens Lütjen (Mitte), Geschäftsführender Gesellschafter der Robert C. Spies GmbH. © WFB/Frank Thomas Koch

Der Schuppen 3 war rund 400 Meter lang und etwa 59 Meter breit. Noch bis vor einigen Jahren wurde dort Stückgut gelagert. Doch jetzt wird alles anders: Der Schuppen 3 wird künftig nur noch 115 Meter lang sein, geplant ist eine gewerbliche Nutzung. Auf rund 10.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche steht viel Raum für Gastronomie, Büros und Ateliers zur Verfügung, geplant sind zudem ein Lichthof und eine Kita mit rund 100 Plätzen. Die für Kitas vorgeschriebene Außenfläche soll auf dem Dach des Gebäudes geschaffen werden.

Den Architekturwettbewerb haben Störmer, Murphy und Partner aus Hamburg für sich entschieden. Ihr Entwurf sieht vor, dass der Schuppen sein architektonisches Grundwesen behält, auch die alte Kranbahn wird als Wahrzeichen erhalten. „Der gelungene Siegerentwurf des international renommierten Architekturbüros schafft eine hervorragende Symbiose aus einer Revitalisierung alter Strukturen unter Integration von flexiblen neuen Flächen“, sagt Jens Lütjen, geschäftsführender Gesellschafter der Robert C. Spies Gruppe. Das Immobilienberatungsbüro begleitet sämtliche Entwicklungs- und Abstimmungsprozesse nicht nur beratend, sondern wird sich darüber hinaus um die Vermittlung der Eigentumswohnungen sowie Gewerbeflächen kümmern.

Ein weiteres Wahrzeichen der Überseestadt

Direkt an den neuen, alten Schuppen 3 wird der „Hochpunkt“ grenzen, ein 56 Meter hohes Wohngebäude mit 15 Geschossen. Das Planungsbüro Sauerbruch Hutton aus Berlin hatte den Wettbewerb für das weithin sichtbare Gebäude gewonnen und unter anderem mit der wellenförmig gestalteten Fassade überzeugt. „Der gelungen proportionierte, dem Wasser zugewandte, leicht und elegant gestaltete Hochpunkt wird den markanten Ort in der Überseestadt und eine lebendige Adresse im zukünftigen EuropaQuartier prägen“, sagt Ingo Damaschke, geschäftsführender Gesellschafter der ASSET Firmengruppe und Investor des Großprojektes.

Visualisierung vom EuropaQuartier
© EuropaQuartier GmbH

Erstmals geförderter Wohnungsbau mit Blick aufs Wasser

Neben dem „Hochpunkt“ werden Wohnungen gebaut. Auf rund 49.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche sind rund 520 Wohnungen geplant – alle mit Wasserblick. Neben ca. 360 südlich ausgerichteten Eigentumswohnungen direkt am Europahafen entstehen versetzt in zweiter Reihe rund 160 öffentlich geförderte Mietwohnungen. Das größte Bremer Wohnungsunternehmen GEWOBA hat den gesamten Anteil an gefördertem Wohnungsbau mit 15.700 Quadratmeter Bruttogeschossfläche bereits im März 2017 erworben.

Den Architektenwettbewerb dafür hat das Frankfurter Planungsbüro Stefan Forster Architekten gewonnen. Wertige Materialien, gelungene Grundrissstrukturen, durchdachte Belichtung und der Blick aufs Wasser haben die Jury überzeugt. „Damit entsteht in Bremen erstmalig öffentlich geförderter Wohnungsbau mit einer begehrten Süd-West-Ausrichtung und Blick auf das Wasser“, betont Ingo Damaschke. „Die beiden Gebäude für den geförderten Wohnungsbau werden im ersten Bauabschnitt des Gesamtprojektes realisiert. Dann folgen im zweiten Quartal 2019 der Baubeginn sowie die Umbaumaßnahmen für den gewerblichen Komplex.“

Eigentumswohnungen mit ein bis fünf Zimmern

Die 360 Eigentumswohnungen mit ein bis fünf Zimmern entstehen in acht Gebäuden direkt an der Promenade, entworfen von den Springer-Architekten aus Berlin und dem Büro Haslob, Kruse und Partner aus Bremen. Springer setzt auf klassische Hafenarchitektur, der Bremer Entwurf dagegen auf „kubische Baukörperbildung und einen massiven Gesamteindruck“. Lütjen spricht von „robuster Schönheit mit vielen markanten Details“. Öffentlich geförderter und rein privater Wohnraum ergeben einen „harmonischen Gesamteindruck aus robustem Klinker und Hafenflair“, ergänzt Damaschke. „Wir wollen eine architektonische Verbundenheit sichtbar machen.“

In den Tiefgaragen des Komplexes wird es Platz für 600 Stellplätze geben. 100 öffentliche Parkplätze werden außerdem entlang der Konsul-Smidt-Straße sowie auf den neuen Straßen des Quartiers entstehen.

Warum heißt es EuropaQuartier?

Das EuropaQuartier liegt am Europahafen – also lag der Name buchstäblich nahe. Aber das war nicht der einzige Grund. „Europa ist vielleicht wichtiger denn je. Der Name soll auch für europäische Werte wie Offenheit und Toleranz stehen. Wir hoffen, mit dem Namen ein Symbol für Bremen und die Überseestadt zu schaffen. Dort sollen verschiedene Leute und Anforderungen aufeinandertreffen", sagt Lütjen. Der europäische Gedanke spiegelt sich auch in den Straßennamen wieder: Der Platz zwischen Schuppen 1 und EuropaQuartier heißt Europaplatz. Der zweite öffentliche Platz, bei dem geplanten Hochpunkt, wird der Robert-Schuman-Platz – benannt nach dem Architekten der europäischen Integration. Die drei Parallelstraßen zwischen den Häusern an der Wasserkante sollen an Jean Monnet (1888-1979), Altiero Spinelli (1907-1986) und Simone Veil (1927-2017) erinnern, die sich ebenfalls um die europäische Integration verdient gemacht hatten. Die parallel zur Konsul-Smidt-Straße verlaufende neue Straße durch das Quartier erhält die Bezeichnung „Hinter der Kranbahn“.

Mit dem EuropaQuartier entwickelt die Asset Firmengruppe eines der aktuell ambitioniertesten Bauvorhaben in der Überseestadt: etwa 300 Meter Wasserkante, rund 520 Neubauwohnungen, 65.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche und ein Investitionsvolumen in Höhe von 175 Millionen Euro. 2021 soll das EuropaQuartier fertig sein. „Dieses Projekt zeigt, dass eine enge Kommunikation und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung, Architekten, Projektentwicklern und Immobilienunternehmen maßgeblich zu einer erfolgreichen Umsetzung von dynamischen und urbanen Stadtentwicklungsprojekten beiträgt“, resümiert Lütjen über den Meilenstein in der Bremer Stadterneuerung.


Weitere Informationen zur Überseestadt Bremen, Ansiedlung und Vermarktung erhalten Sie bei Dagmar Nordhausen, Tel. +49 (0)421 9600 252, dagmar.nordhausen@wfb-bremen.de und Jons Abel, Tel. +49 (0)421 9600 613, jons.abel@wfb-bremen.de


Autorin: Nina Svensson

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