Ein grünes Quartier für Bremen
StadtentwicklungDie Überseeinsel - eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas
In der Überseestadt entsteht auf einer Fläche von 15 Hektar mit der Überseeinsel ein neues urbanes Viertel. Die Vision: ein lebendiger Ort, der Wohnen, Gewerbe, Kultur, Freizeit und Bildung miteinander verbindet. Mit viel Grün, wenig Autoverkehr und einer weitgehend CO2-neutralen Energieversorgung. Für dieses wegweisende Stadtentwicklungsprojekt ist die denkmalstadt GmbH* mit dem polis Award in der Kategorie "Urbanes Flächenrecycling" ausgezeichnet worden.
Die Überseestadt ist mit einer Fläche von rund 300 Hektar eines der größten städtebaulichen Projekte Europas. Das alte Hafenrevier wandelt sich zu einem modernen „Standort der Möglichkeiten“ mit einer Mischung aus Dienstleistung, Bürobetrieben, Hafenwirtschaft, Logistik, Freizeit, Wohnen und Kultur. Herzstück ist die Überseeinsel, ein vielfältig geprägtes, auf einer Halbinsel gelegenes Quartier, das nun immer greifbarer wird.
Beteiligungsverfahren bei der Planung
Nachdem das Unternehmen Kellogg’s Ende 2016 seine Produktion für Frühstücksflocken einstellte, erklärte Bremen das Areal von rund 250.000 Quadratmeter zum Stadtentwicklungsprojekt. Die denkmalstadt GmbH, die eigens für dieses Vorhaben ins Leben gerufen wurde, übernahm das Ruder, mit dem Ziel ein Quartier zu entwickeln, in dem Arbeit, Leben und Freizeit stattfinden können. Dabei wurden die Bürgerinnen und Bürger von Anfang an durch Umfragen, Diskussionen und Workshops in die Planung miteinbezogen. „Das war für uns eine große Chance. Wir wollen ja, dass die Menschen später gerne hier leben“, unterstreicht Investor Dr. Klaus Meier.
Alter Industriecharme und moderne Architektur
Dank verschiedener Ideen und Wünsche entstand ein Mix aus revitalisierten Industriegebäuden und moderner Architektur. Das von der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH geförderte Projekt umfasst kleinteiliges Gewerbe, Gastronomie, Wohnungen für unterschiedliche Zielgruppen, Büros, Sport- und Freizeitangebote, eine Schule, Kindergärten und ein Gesundheitszentrum. Die denkmalstadt GmbH entwickelte ein innovatives Mobilitäts- und Energiekonzept, um den neuen Stadtteil grün, nachhaltig, fußgängerfreundlich und effizient zu gestalten.
Erneuerbare Energien
Ziel ist es, die Überseeinsel außerdem mit einem energieeffizienten Konzept zu versorgen, das weitgehend CO2-neutral ist und Strom, Wärme und Kälte umfasst. „Hierbei setzen wir auf erneuerbare Energien wie Windkraftanlagen, Sonnenenergie und die Nutzung des Wassers der Weser, welches als Quelle für die Wärmepumpen dient“, sagt Klaus Meier. „Unser Fokus liegt darauf, einen Großteil des benötigten Stroms und der erzeugten Wärme aus diesen Quellen zu gewinnen und diese Energie maximal in Echtzeit zu verbrauchen.“ Davon profitieren, sozusagen als „Abfallprodukt“ dieses Konzeptes, eine Eislaufbahn im Winter sowie ein Schwimmbad.
Autofreie Straßen und gute Fahrrad-Infrastruktur
In den Straßen wird es demnach keinen Individualverkehr geben: Autos parken im Mobility Hub in zentralen Quartiers- und Tiefgaragen. Von dort aus geht es zu Fuß, mit dem Rad oder dem E-Shuttle weiter. Stationen für Lasten- und Leihräder, Carsharing, Einkaufsläden und eine hervorragende Anbindung an den ÖPNV ergänzen das Konzept. Brücken für Fußgänger und Radfahrende sollen künftig den Standort mit dem benachbarten Stadtteil Woltmershausen und dem Europahafen verbinden.
Reislager im Februar eröffnet
Am Kellogg-Pier hat im Februar das Reislager als eines der ersten fertiggestellten Gebäude der Überseeinsel eröffnet. Nachdem im Sommer 2023 die Brüning Group in das moderne Bürobacksteingebäude mit Terrasse an der Weser gezogen ist, folgten nun eine Pizzeria, eine Brauerei mit Braugasthaus sowie ein Lebensmittelmarkt. Johannes Aderholz, Geschäftsführer der denkmalstadt GmbH ist froh, dass der „Fußabdruck des alten Reislagers“ erhalten geblieben ist: „Wir haben alte Ziegel- und Fassadenelemente in den mit viel Glas versehenen Neubau integriert.“
Hotelräume in ehemaligen Getreide-Silos
Als nächster Meilenstein öffnete im August 2024 das John & Will Hotel seine 117 runden Hotelzimmer in ehemaligen Getreidesilo-Röhren. Die Gäste genießen dort aus allen Zimmern und Etagen den Blick auf die Weser. Neben einer Suite auf dem Dach verfügt das Hotel über Eventräume und eine „Barception“ (Rezeption und Bar in einem). Als Ergänzung eröffnete das Vitaminlager. Im Erdgeschoss befinden sich neben einem Café und Restaurant mehrere Konferenzräume und darüber vier Büroloft-Etagen.
Raum zum Wohnen und Arbeiten
Das Stephanitor-Quartier auf der Überseeinsel bietet Raum zum Wohnen und Arbeiten. Der Bau des Bürogebäudes BORA steht kurz vor dem Abschluss, um das Ensemble aus LUV und LEE zu vervollständigen. Ab 2025 bereichert das GRØN mit besonderer Fassadenbegrünung, einem Dachgarten und integriertem Regenwasserspeicher die Gebäudelandschaft. In 2026 werden die fünf Gebäude entlang der Weser sowie das Wohngewächshaus bezugsfertig sein und in 2027 sind die Stephanitorhöfe mit einem fünfgliedrigen Gebäudekomplex und drei Innenhöfen fertiggestellt. Dort entstehen 200 Wohnungen für verschiedene Altersgruppen sowie ein Gesundheitszentrum mit Fitnessstudio und Schwimmbad. Außerdem werden Handwerksbetriebe, Kunstschaffende und Manufakturen in der Umgebung angesiedelt sein.
Ein Dach als Spiel- und Erholungsfläche
Die Kellogg-Höfe sollen ab 2028 realisiert werden und zwei neue Gebäude und drei gestaltete Freiräume mit den bestehenden Gebäuden Flakes Fabrik und dem Maschinen- und Kesselhaus verbinden. Die Flakes Fabrik wird als Energiezentrale dienen. Mit den Atelierterrassen wird Platz für Wohnen und Arbeiten geschaffen, wobei das Dach als Erholungs- und Urban-Gardening-Bereich dienen soll. Der Werkturm bietet eine Vielzahl von gewerblichen Nutzungsmöglichkeiten. Die Freiflächen sind für Freizeit, Sport und kulturelle Aktivitäten vorgesehen. Wie das Areal zwischen Weser und Europahafen in Zukunft aussehen wird? Man kann es sich langsam immer besser vorstellen.
Auszeichnung der denkmalstadt GmbH mit dem polis Award
Im Rahmen der Immobilienmesse polis Convention wurde die denkmalstadt GmbH im April 2024 mit dem polis Award in der Kategorie "Urbanes Flächenrecycling" (Platz 1) ausgezeichnet. Mit dem polis Award werden seit 2015 besondere Leistungen in der Stadt- und Projektentwicklung hervorgehoben.
*denkmalstadt GmbH: ehemals Überseeinsel GmbH
Erfolgsgeschichten
„Alle im Quartier machen mit“
In der Überseestadt treffen Menschen unterschiedlichster Colour aufeinander. Der Quartierstreff „jetzt hier“ ist dabei eine wichtige Anlaufstelle, hier trifft und vernetzt sich die Nachbarschaft, organisiert Feste und kreiert neue Formate. „Die Überseestadt ist ein buntes, durchmischtes Viertel“, sagt die Quartiersbeauftragte Svenja Weber. Ob Sprachkurse, Pilates oder Kreatives: Mit der Durchmischung sind neue Angebote dazugekommen, die für viel Leben im Quartier sorgen.
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Es tut sich einiges im Bremer Westen: Gleich mehrere Grün- und Spielflächen sollen erneuert werden und so für mehr Aufenthaltsqualität sorgen. Eines dieser Projekte trägt den Namen „Hilde & Franz“ und sorgt für zwei neue Parkanlagen in der Überseestadt.
Mehr erfahrenLebendige Hafengeschichte
Bremens kleinstes professionelles Privattheater befindet sich mitten in der Überseestadt: Im Hafenrevuetheater nehmen Ulrich Möllmann und Claudia Geerken die Zuschauerinnen und Zuschauer seit über zehn Jahren mit auf eine Reise in vergangene Zeiten.
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