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1.1.1970 -

Von Bremen aus auf die Weltmeere

Überseestadt

An die legendäre Deutsche Dampfschifffahrtsgesellschaft „Hansa“ erinnert die Straße Hansator

Straßenschild: Hansator
Die Straße "Hansator" geht auf die Deutsche Dampfschifffahrtsgesellschaft "Hansa" zurück © WFB/Frank Pusch

Wo heute ein ganz neues, innovatives Stadtviertel entsteht, pulsierte bereits im 19. und 20. Jahrhundert das Leben – allerdings geprägt von Industrieanlagen, riesigen Schuppen und Lagerhallen, geschäftigen Matrosen und Hafenarbeitern, rustikalen Hafenspelunken, dem Duft von frisch geröstetem Kaffee und natürlich von imposanten Frachtschiffen, die beladen mit Waren aller Art von Bremen aus in See stachen. An eine der bedeutendsten Reedereien dieser Zeit erinnert in der Überseestadt heute noch ein prägnanter Straßenname.   

Eine bremische Erfolgsgeschichte

Nah am Europahafen gelegen, bildet die Straße „Hansator“ das Verbindungsstück zwischen „Auf der Muggenburg“ und „Hansestraße“ – und es gibt sogar eine ebenso benannte Straßenbahn-Haltestelle. 

Doch beginnen wir – am Anfang: 1881 fiel in Bremen der Startschuss für eine beispiellose Erfolgsgeschichte, die, so viel sei vorweggenommen, knapp 100 Jahre währen sollte. Mehrere Kaufleute gründeten seinerzeit in der Hansestadt die Deutsche Dampfschifffahrts-Gesellschaft „Hansa“ (kurz DDG „Hansa) oder Hansa-Linie – der Name geht vermutlich auf die gleichnamige, 1873 liquidierte Unterweser-Schleppreederei zurück. Erklärtes Ziel der Neugründung war der Aufbau des Fernhandels mit Indien durch Dampfschiffe sowie die Schaffung von Linienverbindungen zu den deutschen Ostseehäfen, nach Skandinavien, dem westlichen Mittelmeer und nach Russland. Mit den ersten sieben Schiffen wurde in den Jahren 1882/83 ein regelmäßiger Dienst nach Indien, ins Mittelmeer und die Ostsee aufgebaut, es folgte der Einstieg in die Flussschifferei mit einem Zubringerdienst zwischen Bremen, Bremerhaven und Hamburg sowie ein Dienst an der chinesischen Küste. Mit den Jahren wuchs die Flotte der Reederei zusehends und die Fahrtgebiete änderten sich immer wieder – als sehr erfolgreich erwiesen sich zum Beispiel die Verbindungen nach Südostasien. Während die DGG „Hansa“ um 1900 erst über rund 40 Einheiten mit 116.653 Bruttoregistertonnen verfügte, so galt sie 1913 mit 67 Schiffen bereits als die drittgrößte deutsche Reederei sowie die neuntgrößte weltweit. Große Verluste, unter anderem durch Enteignung, musste die Hansa-Linie durch die beiden Weltkriege verkraften – dennoch gelang jeweils der Wiederaufbau. Erst in den 1970er Jahren entwickelte sich schließlich eine Krise, von der sich das Unternehmen nicht mehr erholen sollte. Das Zusammenspiel aus Dollarschwäche, sinkendem Ladungsvolumen bei Überkapazitäten, zunehmender Konkurrenz, erhöhten Bunkerpreisen und relativ hohen Personalkosten sowie die Islamische Revolution im Iran, die die Geschäfte im Persischen Golf vereitelte – damals das lukrativste Fahrtgebiet der DGG „Hansa“ – , war für das Unternehmen nicht zu stemmen. Ende Dezember 1980 stellte die Reederei den Schiffsbetrieb ein. 

Verkehrssituation am Hansator
Viel los am "Hansator" © WFB/Frank Pusch


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