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1.1.1970 -

In der Überseestadt geht es hoch hinaus

Überseestadt

Das Unternehmen MEB Services hat in der Bremer Überseestadt ein Schulungs-, Trainings- und Prüfungszentrum eröffnet. Auf rund 2.000 Quadratmetern dreht sich hier künftig alles um Arbeitssicherheit in luftiger Höhe.

Fritz Mahrholz (links) und Marco Büntzow von MEB Services
© WFB / Insa Lohmann

Bei der Arbeit in der Höhe muss nicht nur jeder Handgriff sitzen, auch das Material muss in einwandfreiem Zustand sein. Ob auf Windkraftanlagen, Kränen, im Hochbau oder in großen Industrieanlagen: Fachkräfte müssen sich hier auf ihr sicheres Arbeitsgerät verlassen können. Und da kommt das Team von MEB Services aus der Bremer Überseestadt ins Spiel: Die Mitarbeiter prüfen und warten regelmäßig die Befahranlagen, Hebezeuge wie Kräne oder Servicelifte sowie die Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA). Darüber hinaus führt das Unternehmen Sicherheitsschulungen und -unterweisungen für Windanlagentechniker, Mitarbeiter von Hochregallagern, Funkanlagentechnikern und anderen Fachkräften mit hochgelegenen Arbeitsplätzen durch. Anfang Oktober eröffnete MEB Services rund 500 Meter vom Hauptsitz in der Tilsiter Straße entfernt Am Holzhafen 21 ein neues Schulungs-, Trainings- und Prüfzentrum. „Unsere bisherigen Räumlichkeiten wurden einfach zu klein, die Nachfrage steigt und dem wollen wir nachkommen“, sagt Fritz Mahrholz, Geschäftsführer der MEB. Das Unternehmen rechnet künftig jährlich mit mehr als 1.000 Schulungs- und Trainingsteilnehmern.

"Fühlen uns in der Überseestadt extrem wohl"

Mit den beiden Unternehmensstandorten in der Überseestadt kehrt Mahrholz auch ein bisschen zu seinen beruflichen Wurzeln zurück: Der MEB-Geschäftsführer arbeitete einst auf der Schiffswerft AG Weser in Gröpelingen, die 1983 als Folge weltweiter Überkapazitäten im Schiffbau geschlossen wurde. 2012 eröffnete er mit Marco Büntzow in der Tilsiter Straße den Firmensitz des Bremer Unternehmens. „Wir fühlen uns in der Überseestadt extrem wohl“, berichtet Büntzow. „Der Mix aus Industrie und Hafen hat einfach seinen Reiz.“ Heute besteht das Team aus 34 Mitarbeitern und vier Bürohunden. Der überwiegende Teil der Mitarbeiter hat einen technischen Hintergrund, es gibt aber ein paar Ausnahmen: So arbeiten bei MEB Services auch ein Tierarzt und eine waschechte Kapitänin. „Wir haben einen kunterbunten Laden“, findet Mahrholz.

Marco Büntzow von MEB Services mit PSAgA – Persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz
© WFB / Insa Lohmann

Vom Meeresbiologen zum Experten für Arbeitssicherheit

Dass sich die Wege von Marco Büntzow und Fritz Mahrholz überhaupt eines Tages gekreuzt haben, ist eher einem Zufall zu verdanken, denn ihr Werdegang könnte unterschiedlicher nicht sein. Büntzow ist eigentlich Doktor der Meeresbiologie, Mahrholz quasi ein „alter Hase“ in der Windbranche. Bereits in den 1980er Jahren baute er die ersten Windkraftanlagen in Deutschland mit auf. Über die Betreuungseinrichtung ihrer Kinder lernten sich die beiden Bremer vor einigen Jahren kennen und entwickelten schließlich gemeinsam ein Unternehmenskonzept für Arbeitssicherheit. Dieses greift überall dort, wo Menschen in der Höhe arbeiten. „Eine einfache, sehr plausible und bodenständige Idee“, ist Mahrholz überzeugt. Heute gehört vor allem die Windindustrie, sowohl On- als auch Offshore, zu den Schwerpunkten des Unternehmens. Im Stammhaus von MEB Services in der Tilsiter Straße befindet sich eine Prüfstation für Winden und Fangvorrichtungen, die in Zusammenarbeit mit führenden Herstellern entwickelt wurde. Diese sei branchenweit einmalig, wie die beiden Geschäftsführer berichten. „Damit haben wir einen riesen Vorsprung in dem Bereich“, sagt Mahrholz. 

Forschungsprojekt mit dem BIBA

Doch die beiden Geschäftsführer denken immer einen Schritt weiter und überlegen, was sie noch verbessern können. So entwickelt der Prüfspezialist aus Bremen zusammen mit dem BIBA (Bremer Institut für Produktion und Logistik an der Universität Bremen) derzeit ein neues Prüfsystem für Drahtseile. „Fahrstuhl- und Seilbahnkabinen, Bergbahnen, Befahranlagen wie die an Windenergieanlagen, sogar ganze Brücken hängen an Drahtseilen“, erläutert Büntzow. „Reißen sie aufgrund von Brüchen oder Korrosion, kann das zu schweren Unfällen führen.“ Daher werden die Seile regelmäßig durch Sachverständige kontrolliert – bisher allerdings per Sichtprüfung der Seiloberfläche. Mit dem Mobistar-System lasse sich ein Seil nun sowohl innen als auch außen prüfen. Das zweijährige Forschungsprojekt hat einen Gesamtumfang von gut einer halben Million Euro und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des „Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand“ (ZIM) mit knapp 400.000 Euro gefördert. 

MEB Services
2018 soll es nicht nur indoor sondern auch outdoor hoch hinaus gehen: MEB Services plant den Aufbau eines 20 Meter hohen Windkraftturmes zu Trainingszwecken vor dem Gebäude © WFB_Insa Lohmann

Alles unter einem Dach anbieten

Büntzow: „Was wir tun, wollen wir immer weiter optimieren.“ So sei auch die Idee des neuen Trainingszentrums entstanden. Bisher müssen Ingenieure, die beispielsweise in der Windindustrie tätig sind, für ihre Sicherheitsschulungen und -unterweisungen verschiedene Standorte besuchen. Das Ziel von MEB Services ist es, für die Monteure in der Überseestadt alles unter einem Dach anzubieten. Der Theorieteil findet künftig in den neuen Schulungsräumen am Holzhafen statt. „Das Schulungszentrum ist ein lang ersehntes Kind von mir“, erzählt Mahrholz. Die Praxis kann dort demnächst nahezu unter Realbedingungen trainiert werden, wie die beiden Geschäftsführer berichten. „Wir werden einen etwa 20 Meter hohen Windkraftturm vor dem Gebäude aufstellen“, sagt Büntzow. „An diesem Turm können wir dann bei den Trainings mit den Teilnehmern realitätsnah üben und Verhaltensweisen trainieren.“ MEB Services plant die finale Fertigstellung der gesamten Anlage bis Anfang 2018.


Weitere Informationen zur Überseestadt Bremen, Ansiedlung und Vermarktung erhalten Sie bei Dagmar Nordhausen, Tel. +49 (0)421 9600 252, dagmar.nordhausen@wfb-bremen.de und Jons Abel, Tel. +49 (0)421 9600 613, jons.abel@wfb-bremen.de.


Autorin: Insa Lohmann

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