Erste Auftaktveranstaltung zum Beteiligungsverfahren

Beteiligungsverfahren zur Überseeinsel

Jeder kann mitreden und mitgestalten!

Ende 2018 hat die Rahmenplanung zur "Überseeinsel" begonnen!

Programme zur Bürgerbeteiligung sollten rechtzeitig starten – und nicht erst dann, wenn alle relevanten Entscheidungen bereits feststehen. Darüber hinaus ist es Ziel eines Beteiligungsverfahrens, möglichst viele Menschen zu erreichen. Aus diesem Grund waren innerhalb des gesamten Prozesses alle Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, ihre Ideen, Wünsche und Anregungen mit einzubringen und damit an der Entwicklung dieses Quartiers Teil zu haben. 

Die Auftaktwerkstatt
Als Auftakt eines öffentlichen Beteiligungsprozesses luden daher bereits im August 2018 Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, Der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH sowie die Überseeinsel GmbH zur Auftaktwerkstatt für die Planung der Überseeinsel ein.
Zur Veranstaltung auf dem ehemaligen Kellogg-Gelände kamen 300 Besucherinnen und Besucher. Das frühere Betriebsgelände war für diese Veranstaltung zum ersten Mal für die Öffentlichkeit zugänglich. Hier wurden erstmalig die Ergebnisse der Vorstudien präsentiert. Sechs Büros aus Berlin, Kopenhagen, Rotterdam, Bremen und Wien waren damit beauftragt worden, sich in Vorstudien mit dem Areal zu beschäftigen. Ein hochkarätig besetztes Expertengremium fungierte in diesem Wettbewerb als Jury, neben Fachleuten aus der Verwaltung waren Bürgerschaftsabgeordnete und Vertreter des Ortsbeirates als Gäste beteiligt. Dieses Auswahlverfahren dient der Sicherung einer hohen Planungs- und Baukultur in Bremen.

Die Gläserne Werkstatt
Mit der Gläsernen Werkstatt ging das Beteiligungsverfahren zur Überseeinsel dann in die zweite Runde! Im Februar 2019 erhielten interessierte Bürgerinnen und Bürger Einblicke in den aktuellen Stand der Rahmenplanung zur „Überseeinsel“ und können weiterhin an der Entwicklung des Areals mitwirken. 
Dabei stehen fünf Themenbereiche im Vordergrund:

  • Mobilität & Energie
  • Arbeiten & Versorgung
  • Freizeit, Grün, Sport & Erholung
  • Wohnen
  • Soziales & Kultur

Wie stellen wir alle uns diese Bereiche zukünftig vor: Wie wollen wir arbeiten und wohnen? Wie wollen wir uns bewegen? Wie wollen wir soziale und kulturelle Angebote sowie unsere Freizeit gestalten? 

Die Rahmenbedingungen
Die Stadt Bremen hat in den hier genannten fünf Themenbereichen verschiedene städtische Leitziele vereinbart. Diese Leitziele bilden auch die Rahmenbedingungen für Gebietsentwicklungen auf der Überseeinsel. Die Überseeinsel befindet sich in zentraler Lage am Eingang zur Überseestadt. In den vergangenen Jahren sind in der Überseestadt viele unterschiedliche Projekte realisiert worden und viele weitere Projekte befinden sich in der Planung oder Umsetzung. Auch in der Entwicklung der Überseeinsel gilt es daher, dieses Umfeld zu berücksichtigen:  

Mobilität & Energie

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Städtische Leitziele:

  • Gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen ermöglichen und Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer/innen stärken
  • Verkehrssicherheit und soziale Sicherheit bei der Nutzung erhöhen
  • Alternative Verkehrsmittelwahl gesamtstädtisch anbieten und optimieren
  • Verknüpfung der Verkehrssysteme und Angebote im Umweltverbund zwischen Bremen und der Region verbessern
  • Den Wirtschaftsstandort Bremen durch Optimieren der Wirtschaftsverkehre stärken
  • Die Auswirkungen des Verkehrs auf Mensch, Gesundheit und Umwelt nachhaltig und spürbar reduzieren
  • Bremen will die CO2 Emissionen bis 2020 um 40% senken, bis 2050 um 80- 90%
  • Die Stadt will die Energieeffizienz steigern und den Anteil an erneuerbaren Energien erhöhen

Die heute bereits an vielen Stellen geplanten und in der Umsetzung und Diskussion befindlichen Entwicklungen und Projekte in der Überseestadt sind nur mit einer Optimierung und Weiterentwicklung der verkehrlichen Infrastruktur denkbar.
Konkret sollen:

  • Maßnahmen zur Verlagerung, Verringerung und Vermeidung von Verkehren identifiziert und ganzheitliche Mobilitätslösungen für die Überseestadt entwickelt werden sowie
  • Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie entsprechende Verbesserungen im bestehenden Verkehrsablauf und zeitnahe Lösungen für eine verbesserte Leistungsfähigkeit der bestehenden Infrastrukturen geschaffen werden können und
  • vorausschauende Antworten auf die Frage geliefert werden, in welchen Bereichen neue Infrastrukturen und Angebote aufund/ oder ausgebaut werden sollen

Arbeiten & Versorgung

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Städtische Leitziele:

Ziel ist die Verbesserung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit, in deren Folge die Sicherung bestehender und die Schaffung neuer zukunftsfähiger und Existenz sichernder Arbeitsplätze erreicht werden soll. 
Wesentliche Handlungsschwerpunkte sind:

  • Die Sicherung und Entwicklung des industriellen Bestands Bremens, dem durch die Aufstellung eines „Masterplan Industrie Bremen“ Rechnung getragen wurde
  • Die Förderung der weiteren Diversifizierung der Unternehmensund Branchenstruktur  vgl.Mittelstandsbericht )
  • Die Stärkung von Wissenschaft und Innovation sowie eine überregionale Profilierung des Standorts durch ausgewählte Cluster (vgl. Innovationsprogramm)
  • Die Profilierung des Landes als zentralen Standort einer international nachgefragten Seehafen-und Logistikregion
  • Die noch klarere Positionierung Bremens als Oberzentrum des Nordwestens


Neben den vielen Neuansiedlungen gibt es eine Vielzahl von Untnrnehmen - vorwiegend aus der Hafenwirtschaft, der Logistik, der Produktion und der Nahrungs- und Genussmittelindustrie - die bereits seit mehreren Generationen hier ansässig sind. Das Neben- und Miteinander funktioniert in der Überseestadt dank des „Bremer Modells“. Das Bremer Modell sichert den ansässigen Industrie- und Hafenbetrieben nicht nur den Bestand, sondern auch Entwicklungsmöglichkeiten. Die Überseestadt ist schließlich ein Ort mit Hafenflair - und so soll es auch bleiben.

Freizeit, Grün, Sport & Erholung

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Städtische Leitziele:

Das Landschaftsprogramm trägt zusammen mit dem Flächennutzungsplan maßgeblich zur Umsetzung des Leitbilds der Stadtentwicklung bei, insbesondere im Handlungsfeld „Erhaltung und Entwicklung der räumlichen Qualitäten Bremens“ in Bezug auf die Leitmotive:

  • Vorrange Entwicklung von nicht oder nicht mehr genutzten Flächen innerhalb der bebauten Stadt vor weiterem Landschaftsverbrauch (Innenentwicklung)
  • Die Flusslage Bremens als herausragende räumliche Qualität stärker erlebbar machen („Stadt am Fluss“)
  • Die bis in die Stadtmitte hineinragenden Fluss- und Landschaftsräume, wie z. B. Bürgerpark, Pauliner Marsch und Stadtwerder, beachten
  • Das Wohnumfeld und öffentliche Grünbereiche in allen Stadtquartieren pflegen 


Die Kimaanpassungsstrategie benennt mögliche Folgen und Strategien zum Umgang mit dem Klimawandel. Räume für Erholung und Bewegung im Grünen schaffen eine hohe Lebens- und Aufenthaltsqualität und sind daher fester Bestandteil bei der Neugestaltung dieses neuen Quartiers. Bereits bestehende Elemente sind die wasserbegleitenden Promenaden in ihren unterschiedlichen Ausgestaltungen und öffentliche  Grünanlagen wie der "Hilde-Adolf-Park“, das „Franz-Pieper-Karree“ und der „Überseepark“. Mit dem „Waller Sand“ und der Aufwertung des Molenturmareals wird der wachsenden Einwohnerzahl und dem damit gesteigerten Anforderungen an Erholungsflächen Rechnung getragen. Zum anderen wird die Verknüpfung mit den  umliegenden Stadt- und Ortsteilen und somit die Einbettung der Überseestadt in das Bremer Stadtgefüge Rechnung getragen.

Wohnen

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Städtische Leitziele:

Rahmenbedingungen: Im Zeitraum von 2010 bis 2020 wurde von einem Nachfragepotential von insgesamt rd. 14.000 neuen Wohneinheiten ausgegangen. Künftig wird der Bedarf noch weiter steigen. Besonders große Wohnungen sind nachgefragt.

  • Möglichst viele brach gefallene oder untergenutzte Flächen für eine Revitalisierung sollen genutzt werden und so zu einer verstärkten Innenentwicklung beitragen.
  • Eine Verringerung der sozialen Unterschiede zwischen den Stadtteilen soll erreicht werden.
  • Eine Reduzierung des Energiebedarfs von Gebäuden ist anzustreben.
  • Bezahlbarer Wohnraum ist in ausreichender Anzahl bereitzustellen.
  • Förderung der Eigentumsbildung in Gebieten mit besonderem Entwicklungspotenzial.
  • Der Stadtentwicklungsplan Wohnen 2030 ist aktuell in Bearbeitung


In der Überseestadt waren zunächst nur „Sonderformen des Wohnens“ vorgesehen, weil der Schwerpunkt auf der gewerblichen Entwicklung des Ortsteils lag. Dies hat sich aber schon 2005 geändert. Damals hat die Stadtbürgerschaft beschlossen, dass in der Überseestadt überall dort, wo es möglich ist, Wohnungen entwickelt werden sollen.

Im ersten Schritt sind hochwertige Wohnungen mit Wasserblick entstanden. Dem Projekt „Weserufer“ mit dem Landmark-Tower und weiteren Wohnungen am Europahafen folgten die Wohngebäude an der  Überseepromenade im Quartier Hafenkante. Seit einigen Jahren werden aber auch kleinere Eigentums- und Mietwohnungen im günstigeren Preissegment entwickelt, die sich an neue Zielgruppen wenden. Zu nennen sind hier insbesondere die Sozialwohnungen am Überseetor („Marcuskaje“, „Hafenpassage“) und in der sog. zweiten Reihe der Hafenkante (z. B. Blauhaus). Damit soll die Überseestadt zu einem lebendigen und sozial durchmischten Quartier werden. Das vielfältige Wohnungsangebot soll in Zukunft weiter erhöht werden: Am Kaffeequartier werden neben Grundstücken für den Sozialwohnungsbau erstmals auch Reihenhausgrundstücke veräußert und am Kopf des Europahafens sollen Loftwohnungen in Hochhäusern Wohnen und Arbeiten unter einem Dach entstehen.

Soziales & Kultur

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Das Städtische Leitbild Bremen 20 - Komm mit nach morgen! definiert Ziele für einen größeren sozialen Zusammenhalt in der Stadtgesellschaft. Dazu gehören:

  • Verringerung des Abstands zwischen den zehn ärmsten und den zehn reichsten Bremer Stadtteilen bis zum Jahr 2020
  • Weitere Unterstützung gemischter Sozialstrukturen durch die Stadtplanung, um soziale Sgregation zu vermeiden
  • Verbesserung der Sicherheit in den Quartieren, Integration vor Ort leben  sowie Kultur und Bildung ermöglichen 


In der Überseestadt stehen die Integration und Etablierung von sozialen Infrastrukturen, besonders von Einrichtungen wie Kitas und Schulen im Fokus der zukünftigen Entwicklung. Denn als zentrale Einrichtungen der Gemeinwesen-Infrastruktur tragen Kitas und Grundschulen zum Entstehen einer Quartiers-Identität bei und prägen das Image des Quartiers nach innen und außen.

In der Überseestadt gibt es zurzeit bereits an verschiedenen Standorten Betreuungsangebote und weitere Angebote sind in der Planung bzw. Vorbereitung. Auf dem Gelände des südlichen Europahafens sind eine Kita, Grund- und Oberschule geplant. Diese sollen in Nahlage einer ÖPNV-Verbindung entstehen und auch von den benachbarten Stadtteilen Utbremen, der westlichen Altstadt und der Bahnhofsvorstadt genutzt werden.
Neben dem Angebot der sozialen Infrastruktur wird der Bereich Kultur thematisiert. Die Überseestadt entwickelt sich immer mehr zu einem lebendigen Quartier mit einer Vielzahl an kulturellen Angeboten und Einrichtungen sowie interessanten Clubs und Partylocations. Nicht zu Letzt bildet die Hochschule für Künste zusammen mit weiteren kulturellen Nutzungen im Speicher XI einen wichtigen Entwickliungsmotor für die Überseestadt.


Die Online-Umfrage
Ein weiterer Baustein der Bürgerbeteiligung war eine Online-Umfrage zur Entwicklung der Überseeinsel. Hier konnten auch Bürgerinnen und Bürger, die nicht an den öffentlichen Werkstätten teilnehmen konnten, ihre Ideen, Wünsche und Anregungen einbringen und somit an der Entwicklung des Quartiers teilhaben. 
Die Online-Umfrage startete im Oktober 2018 und war auf der Website der Überseestadt abrufbar. 
186 Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Umfrage teil. Die Fragen kreisten um die Wünsche und Vorstellungen in Bezug auf Wohnungsgrößen und -formen, Gewerbe und Handel, Versorgung und soziale Infrastruktur, nachbarschaftliche Gemeinschaft, Verkehr und Anbindung, Nachhaltigkeit sowie Zwischennutzung von Bestandsbauten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten aus mehreren Antwortmöglichkeiten auswählen, Mehrfachantworten waren möglich und erwünscht. 

Die Online-Umfrage ist seit dem 11. Februar 2019 abgelaufen.