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Begeisterung und Mut



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Wie die Bremer Justus Grosse Projektentwicklung GmbH mit ihren Bauten seit elf Jahren das Gesicht der Überseestadt mitprägt.


Die Bilanz ist schwindelerregend. Gut 112.000 Quadratmeter an Büroflächen und rund 900 Wohnungen haben Joachim Linnemann und Clemens Paul, geschäftsführende Gesellschafter der Justus Grosse Projektentwicklung GmbH, seit 2005 in dem einstigen Hafengebiet in Kürze realisiert. Aktuelle Projekte befinden sich gerade noch im Bau. Mehr als 400 Millionen Euro hat das mittelständische Bremer Unternehmen seither investiert. Eine stattliche Summe für ein Familienunternehmen. Was gehört für sie zum Unternehmertum? „Risikobereitschaft, Mut und Leidenschaft für ein Thema.“

Der Hafen faszinierte Joachim Linnemann schon früh. Als Kind lief der heute 60-Jährige bereits mit seinem Großvater durch das Areal, das er als Bauherr einmal maßgeblich mitbestimmen sollte. „Als das Projekt Überseestadt an den Start ging, da waren auch wir von den spannenden Visionen für das Gebiet und die zukünftige Stadtentwicklung angetan“, erinnert sich Linnemann. Dass sein Unternehmen bei dieser Entwicklung eine tragende Rolle spielen wird, war indes nicht abzusehen. Der Überseehafen war Niemandsland „und eine absolut unwirkliche Gegend“, so Clemens Paul. Einer Gegend, von der die beiden jedoch schnell begeistert waren und das Potenzial erkannten. Als sich die Chance ergab, den historischen Speicher I an der Konsul-Smidt-Straße für Büroflächen umzubauen, da griffen Linnemann und Paul zu. Mit einem guten Gefühl und doch reichlich Mut im Gepäck. „Die Risikobereitschaft war hoch und nicht nur wir, auch unsere Hausbank ist diesen Schritt mitgegangen.“


Initialzündung Speicher I

Als 2005 mit dem Umbau des Speicher I begonnen wurde, da hatte Justus Grosse eine Lawine losgetreten. Schneller als gedacht wurde ein Segment nach dem nächsten in Büroflächen verwandelt. „Die Flächen waren sehr intensiv nachgefragt, Lofts mit Industriecharme, hohen Decken und Holzboden gab es bis dahin nicht in Bremen“, erklärt Linnemann den Erfolg. Die 36.000 Quadratmeter im Speicher I waren die Initialzündung für weitere Investments in der Überseestadt. Mit dem Bau habe man für das 1946 gegründete Immobilienunternehmen eine neue Dimension erschlossen. Seither geht es Schlag auf Schlag weiter. Die Anzahl der Bürogebäude rund um den Europahafen und entlang der Kaje bis zur Hafenkante ist rasant gestiegen. Schuppen 2, New Port, die Portgebäude 2 bis 6, die Lofthäuser oder das Weinkontor – nur ein kleiner Auszug aus der Referenzliste der Firma. 


Pioniergefühle

Was macht in ihren Augen den Erfolg der Überseestadt aus? „Der Hafen und das Wasser sind etwas ganz Besonderes. Da schwingen Freiheit und Fernweh mit“, umreißt Clemens Paul und Joachim Linnemann ergänzt: „Bremen hat sich sehr spät dem Wasser zugewandt, es ist, als habe die Stadt darauf gewartet.“ Dass die Quartiere am Wasser besondere Sogwirkung haben, das beweisen bereits andere Revitalisierungsprojekte weltweit wie in Boston, London oder Buenos Aires. Für die umtriebigen Projektentwickler ist der Ausbau der Überseestadt ein Gemeinschaftsvorhaben. „Auch unsere Mieter haben Pioniergefühle, gemeinsam bringen wir den Standort voran.“


Architektonisches Erbe

Die Überseestadt hat eine enorm schnelle Entwicklung durchgemacht. Der Mix aus historischer und moderner Bebauung sowie die Infrastruktur mit Einzelhandel, Gastronomie, Park, Promenade und Europahafen belebt das junge Areal zunehmend. An fast jeder Ecke steht ein Bau, den Justus Grosse realisiert hat. Es wird auch das architektonische Erbe der derzeit 100-köpfigen Firma sein. „Es ist schön, dass wir etwas haben, das man zeigen und anfassen kann. Jedes Haus hat seine Geschichte, das macht die Überseestadt so lebendig“, sagt Linnemann. Gibt es Lieblingsprojekte für sie? Die Antwort fällt den beiden Firmenchefs leicht. „Im Grunde sind dies all die Objekte, wo wir Historisches nutzen und in die Moderne tragen konnten wie beim Speicher I, Schuppen 2 oder dem Weinkontor. Das sind wirklich Büros mit einer besonderen Atmosphäre.“


Kein Ende in Sicht

Ist man der Überseestadt nicht auch irgendwann überdrüssig? Keineswegs, bekräftigen Clemens Paul und Joachim Linnemann. Es sind unter anderem weitere 12.000 Quadratmeter an Bürofläche geplant. Justus Grosse bleibt ein wichtiger Investor vor Ort. Dennoch: „Es ist gut, dass wir nicht allein auf weiter Flur stehen und es eine Brandbreite von Investoren in der Überseestadt gibt“, betont Clemens Paul. Vorhaltungen, dass allein sein Unternehmen dort „alles baue“, kommentiert der 48-Jährige sachlich. „Als Bremer in Bremen zu bauen, das ist nicht immer einfach.“ Wohl aber machte die gesammelte Erfahrung in der Überseestadt es den Bremern leichter, sich um den Bau von 130 Wohnungen in einem anderen renommierten Hafenareal zu bewerben: der Hamburger Hafencity. 


Autorin: Corinna Laubach


Informationen zur allgemeinen Entwicklung der Überseestadt und freien Bauflächen erhalten Sie bei Dagmar Nordhausen, Tel. +49 (0)421 9600 252, dagmar.nordhausen@wfb-bremen.de und Jons Abel, Tel. +49 (0)421 9600 613, jons.abel@wfb-bremen.de