Überseestadt: Zusammenhalt in der Krise

Viele Bewohnerinnen und Bewohner der Überseestadt leisten in diesen Tagen einen Beitrag, um die Corona-Krise zu bekämpfen oder erträglicher zu machen. Restaurants spenden Lebensmittel, Nachbarinnen und Nachbarn organisieren Einkaufsdienste für Risikogruppen, Unternehmen produzieren dringend benötigte Güter. Der Zusammenhalt der Menschen und ihr Ideenreichtum ist groß. Das zeigen die Geschichten, die wir gesammelt haben und auch weiterhin sammeln. Infos über Initiativen gerne per E-Mail an service@ueberseestadt.de

Not macht erfinderisch: Desinfektionsmittel statt Schnaps bei „Piekfeine Brände“

Brigitta Rust, Inhaberin von "Piekfeine Brände"
© ZwoPunktAcht

Birgitta Schulze van Loon stellt in der Überseestadt eigentlich Whisky, Rum und andere Spirituosen her. In der Krise hat sie die Produktion umgestellt. Für die Herstellung von Geistern wie etwa Himbeergeist, Gin oder Aquavit und einen Teil der Liköre hat ihre Brennerei Neutralalkohol auf Lager. Dieser hochprozentige Alkohol ist Bestandteil von Desinfektionsmitteln und desinfiziert auch pur. Durch die hohe Nachfrage wird dieser Rohstoff derzeit knapp. Daher hat sich die Unternehmerin entschlossen, einen großen Teil ihres Vorrats an Neutralalkohol zu verkaufen. "Mit dem Angebot von Neutralalkohol für Desinfektionszwecke leisten wir unseren Beitrag zum Kampf gegen das Virus, gleichzeitig versuchen wir unser Bestehen nach acht erfolgreichen Jahren in diesen schweren Zeiten zu sichern", so Schulze van Loon. Der Alkohol von Piekfeine Brände wird an Apotheken verkauft, damit diese Desinfektionsmittel herstellen können. Auch mit Krankenhäusern und Arztpraxen ist die Unternehmerin in Kontakt. Zur Verfügung stehen Gebinde mit einem Liter, drei Liter, fünf Liter und zehn Liter. Der Alkohol kann telefonisch vorbestellt und bei der Brennerei zu den Öffnungszeiten direkt abgeholt werden. Kleine Gebinde können auch versandt werden.

Weitere Informationen unter: http://www.br-piekfeinebraende.de/

Bewegung tut gut: Yoga für alle von der urban yoga lounge

Evelyn Wendt macht Yoga
Evelyn Wendt und ihre Familie unterstützen mit dem, was sie besonders gut können: Yoga. Ihre Mitmach-Videos entstehen unter anderem auf dem Balkon ihrer Wohnung in der Überseestadt. © evelyn wendt

Die Familie Wendt betreibt ein Familienunternehmen: Evelyn, Willi und Sohn Felix leiten gemeinsam die urban yoga lounge in der Innenstadt. Evelyn Wendt, die mit ihrem Mann in der Überseestadt lebt, über ihren Umgang mit der Krise: „Nachdem wir im März unser Studio in der City schließen mussten, war es für uns wichtig, unseren Beitrag in der momentanen Situation zu leisten. Wir fragten uns: Wie können wir Yoga weitergeben, um Menschen zu stärken und womöglich sogar froh zu stimmen? Wir haben uns dann entschieden, frei zugängliche Videos auf unsere Webseite zu stellen, die wir in unserem Studio oder in unserer Wohnung in der Überseestadt aufnehmen. Denn physische Distanz muss nicht unbedingt soziale Isolation bedeuten. Der Austausch im Netz macht es uns möglich, miteinander in Verbindung zu bleiben und so eine starke Community zu sein. Natürlich wünschen wir uns, möglichst bald wieder direkt auf der Matte mit anderen Menschen in Kontakt zu sein. Bis dahin freuen wir uns sehr, wenn wir durch unseren bescheidenen Beitrag etwas zum Wohlbefinden beitragen können und ‚positive Vibes‘ an alle Bremerinnen und Bremer senden dürfen.“

Weitere Informationen und alle Videos unter: https://www.urbanyogabremen.de/

Theater on Tour: Singen vorm Balkon

Claudia Geerken singt vor einem Balkon
Sängerin Claudia Geerken überrascht Menschen mit ihren Lieblingsliedern. © ClaudiaGeerken

Claudia Geerken kommt für die ganz besondere Überraschung an den Balkon, in den Hinterhof oder ans Fenster und singt Lieblingslieder für die Menschen. Box und Mikro hat die Sängerin dabei, damit sie auch ganz oben zu hören ist. Für zwei Auftrtitte wurde die Sängerin bereits gebucht. Sie erzählt: "Die Fenster gingen auf, die Leute kamen auf den Balkon, tanzten und klatschten mit. Dabei kommt ein wenig Lebensfreude rüber, gerade für die älteren Menschen, die jetzt so viel alleine sind." Anfragen über:

https://www.facebook.com/claudia.vocalartisten

Masken für Bremen: HFK-Studierende setzen sich an die Nähmaschine

Maskenproduktion an der Hochschule für Künste Bremen
Die Studierenden an der HFK nähen gerade eine Mund- und Nasenmasken nach der anderen. Die Produktion von 5.000 Stück ist geplant. © Hochschule für Künste Bremen

Mund- und Nasenmasken sind in der Corona-Krise weltweit Mangelware – auch in Bremen. Damit wollen sich Studentinnen und Studenten der Hochschule für Künste Bremen (HfK) aber nicht abfinden und packen das Thema an: Die Modedesign-Studierenden sitzen dieser Tage an ihren Nähmaschinen, um bis zu 5.000 Masken herzustellen. Sie werden sobald sie fertiggestellt sind an die Bremer Berufsfeuerwehr übergeben. „Die Feuerwehr organisiert den Zivil- und Katastrophenschutz“, sagt die Leiterin der HfK-Modewerkstatt Nicola Essig. „Sie verteilt die Masken an Stellen, wo sie gebraucht werden, beispielsweise Polizei oder Diakonie.“ Die angehenden Designerinnen und Designer helfen nicht nur anderen, sondern auch sich selbst. Sie arbeiten auf der Basis von Werkverträgen und haben so in den für viele Studierenden finanziell harten Zeiten eine Einnahmequelle.

Weitere Informationen unter: www.hfk-bremen.de

Menschen zusammenbringen: Online-Plattform von der Comp-Pro Systemhaus GmbH

Comp-Pro Systemhaus GmbH
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Comp-Pro lassen sich IT-Lösungen einfallen. Eine dieser Lösung stellt das Unternehmen während der Corona-Krise kostenfrei zur Verfügung. © Comp-Pro Systemhaus GmbH

Die Comp-Pro Systemhaus GmbH mit Sitz in der Überseestadt hat sich etwas einfallen lassen, um Menschen in dieser schwierigen Zeit etwas näher zusammenzubringen. Was das ist, verrät Geschäftsführer Ihno Jürjens: „Wir haben als kleinen Beitrag zur Bewältigung der Umstände im Zuge der Corona-Krise eine kostenfreie Videokonferenzplattform eingerichtet. Diese Plattform kann von jedem beliebigen Rechner unter https://wirzusammen.mycomp-pro.de aufgerufen werden. Die Nutzung ist völlig kostenfrei und funktioniert ohne jegliche Anmeldung. Wir haben zudem bewusst beschlossen, auf kommerzielle Ansätze wie Adresssammeln, Einwilligungen zum späteren Marketing oder Ähnliches zu verzichten. Wir möchten die Menschen ein wenig mehr zusammenbringen, mit dem was wir am besten können: IT-Lösungen. Wir haben über unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Kundinnen und Kunden viele Rückmeldungen erhalten, dass ihnen der soziale Kontakt im Büro zu den Kolleginnen und Kollegen sehr wichtig ist. Viele vermissen ihren Schreibtisch im Büro und das tägliche Miteinander und sagen, dass ihnen der Austausch per Bild und Ton guttut.“

Weitere Informationen unter: https://www.comp-pro.de/corona/

 

Stellt die Grundversorgung sicher: Rolandmühle

Rolandmühle in der Überseestadt
In der Rolandmühle werden jährlich 360.000 Tonnen Weizen und Roggen zu Mehl verarbeitet. Somit spielt das Unternehmen aus der Überseestadt eine wichtige Rolle bei der Versorgung der Bevölkerung. © WFB / Pusch

Die Rolandmühle gehört zu den größten Mehlproduzenten Deutschlands. Auf dem 15.000 Quadratmeter großen Firmengelände in der Überseestadt stellen etwa 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Grundversorgung mit dem begehrten Nahrungsmittel sicher. Derzeit kaufen die Deutschen doppelt so viel Mehl wie sonst. „Die Versorgung mit Mehl ist unsere Verantwortung, und wir arbeiten rund um die Uhr, um den Bedarf zu decken“, sagt Geschäftsführer Berend Jürgen Erling. Das gelingt laut Erling, weil die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erstklassig mitziehen. Außerdem hat das Traditionsunternehmen einen weiteren Beitrag in der Krise geleistet: “Wir haben unsere vorrätigen Einweg-Besucherkittel an den Krisenstab abgegeben.”

Weitere Informationen unter: https://www.rolandmillsunited.de/




Und weil wir nicht alle Geschichten aus der Überseestadt in voller Länge erzählen können, hier kurz und knapp noch mehr erfreuliche Meldungen:

  • Das Unternehmen CARGOTRANS aus der Überseestadt unterstützt die Initiative „Trucker sucht Hilfe“ finanziell. Ziel der Initiative ist unter anderem die Versorgung der Fahrerinnen und Fahrer mit den wichtigen Informationen zur Corona-Krise, zum Beispiel zu Sperr- und Quarantänegebieten, gebietsabhängigen Warnungen sowie Schutz- und Präventionsmaßnahmen. 
  • Das Hotel Steigenberger hat vor seiner Schließung alle noch vorhandenen Lebensmittel an die Bremer Tafel in Burg gespendet.
  • Die Loui & Jules Grillboutique hat die verbliebenen Lebensmittel zur Bremer Tafel nach Hemelingen gebracht.
  • Die KWAG-Rechtsanwälte unterstützten bei der Beantragung von Corona-Hilfen oder KFW-Krediten. Für Unternehmen in Härtefall-Situationen gewährt die Kanzlei ihre Dienstleistung gegebenenfalls auch kostenfrei. Als Spezialisten für Wirtschaftsrecht und vor allem Bankrecht kennen die Anwälte alle Regularien (Weiter Informationen unter: https://www.kwag-recht.de/).

Autorin: Beata Cece

Weitere Informationen zur Überseestadt Bremen, Ansiedlung und Vermarktung erhalten Sie bei Dagmar Nordhausen, Tel. +49 (0)421 9600 252, dagmar.nordhausen@wfb-bremen.de, und Jons Abel, Tel. +49 (0)421 9600 613, jons.abel@wfb-bremen.de