Überseestadt: Zehn überraschende Fakten

Gibt es Mäuse im Molenturm? Warum fehlt im Landmarktower die 13. Etage? Und wurde der Champions-League-Pokal wirklich hier erfunden? Wir haben zehn erstaunliche Fakten über die Bremer Überseestadt gesammelt.   

1. Im Landmarktower fehlt die 13. Etage  

Genau genommen fehlt nicht das ganze Stockwerk, sondern nur die Zahl 13 in der Nummerierung der Etagen. Schuld ist der Aberglaube: Die vermeintliche Unglückszahl 13 fehlt in der Etagennummerierung vieler Hochhäuser, als Deckbezeichnung an Bord von Schiffen, als Sitzreihe in Flugzeugen und sogar als Wagennummer in einigen ICE-Zügen. 

2. Das Graffiti am Hansator entstand für den Evangelischen Kirchentag

Am Hansator beobachten riesige Menschen mit Ferngläsern, was die Menschen rund um den Hochbunker so treiben. „Look at me, look at you“ lautet der Titel dieser Arbeit von Künstler Victor Ash. Das 25 Meter hohe Wandbild entstand 2009 für den 32. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Bremen zum Thema „Mensch, wo bist du“.

Hansator und Hochbunker mit Graffiti
„Look at me, look at you“: So lautet der Titel dieses Wandbilds am Hochbunker in der Überseestadt. © WFB/Ingo Wagner

3. In der Überseestadt gibt es einen Stolperstein  

Stolpersteine erinnern an die Opfer der NS-Zeit. Sie sind vor den Häusern, in denen die Opfer einst lebten, im Boden eingelassen. Oft ist es schwierig, einen geeigneten Ort für die kleinen Gedenktafeln zu finden. Viele Wohnhäuser wurden im zweiten Weltkrieg zerstört. Außerdem sollten keine Autos über die Steine fahren. In der Überseestadt gibt es einen Stolperstein auf dem Gelände einer Spedition am Speicherhof 308. 

4. Der Spitzname unseres schönen Leuchtturms ist Mäuseturm 

Der rund 100 Jahre alte Sandsteinturm war Arbeitsplatz des Hafenaufsehers. Von hier aus wies er die Schiffe in den Hafen ein und dirigierte sie zum vorgesehenen Liegeplatz. „Mäuseturm“ wurde er von den Hafenarbeitern genannt. Vermutlich, weil in dem ungeheizten Gemäuer regelmäßig der ein oder andere Nager rumflitzte.

5. Über 175 Millionen Liter Sand haben Schiffe an den Waller Sand gebracht 

Für den Bau des Strandparks sind etwa 175 Millionen Liter Sand mit dem Schiff angeliefert und aufgespült worden. Damit man sich diese Riesenmenge besser vorstellen kann, haben wir sie umgerechnet: Die gesamte Menge Sand am Strandpark entspricht in etwa 8.750 Lkw-Ladungen Sand oder dem Inhalt von rund 490.000 kleinen Sandkästen.   

Sand am Waller Sand
Für den Bau des Strandparks wurde der Sand über Schiffsanlieferungen aufgespült. © WFB/Frank Pusch

6. Der Champions-League-Pokal wurde hier erfunden 

Aus der Silberschmiede Koch & Bergfeld Corpus in der Überseestadt kommen Deutschlands edelste Pokale. Von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen unter anderem die DFB-Meisterschale, der DFB-Pokal und die Goldene Kamera. Der Champions-League-Pokal wurde hier einst sogar erfunden. 

7. Auch entkoffeinierter Kaffee ist eine Erfindung aus der Überseestadt

Der Bremer Kaufmann Ludwig Roselius entwickelte und patentierte das Verfahren für entkoffeinierten Kaffee, bevor er 1906 die Kaffee-Handels AG (Kaffee HAG) in der Überseestadt gründete. Der weltweit erste koffeinfreie Kaffee entwickelte sich in kurzer Zeit zum Exportschlager.

8. Das höchste Bürogebäude der Stadt steht hier

Mit 82 Metern verteilt auf 22 Stockwerke ist der Weser-Tower das höchste Bürogebäude Bremens. Entworfen von dem Nürnberger Architekten Helmut Jahn, steht der Tower seit 2009 auf dem Gelände des früheren Weserbahnhofs. 

Mit 82 Metern verteilt auf 22 Stockwerke ist der Weser-Tower das höchste Bürogebäude Bremens.
Mit 82 Metern verteilt auf 22 Stockwerke ist der Weser-Tower das höchste Bürogebäude Bremens. © WFB/Jons Ginter

9. Das erste Containerschiff legte in der Überseestadt an

Am 6. Mai 1966 war der Überseehafen in der Überseestadt Schauplatz eines historischen Ereignisses, das die Hafenlandschaft langfristig stark verändern sollte. Erstmals traf in Deutschland ein Containerschiff ein. Der US-Frachter „Fairland“ lud in Bremen etwa 100 von 226 Container aus – darunter vier Kühlcontainer mit gefrorenen Hähnchenschenkeln.

10. Hier ist nur eine Straße nach einer Frau benannt 

Die Herzogin-Cecilie-Straße ist die erste und bislang einzige Straße mit einem weiblichen Namen in der Überseestadt. Namenspatin ist die weltberühmte Viermastbark, die der Norddeutsche Lloyd nach einer seefahrtbegeisterten Aristokratin benannt hatte. Die Herzogin Cecilie war das einzige Segelschiff, das der Norddeutsche Lloyd je bauen ließ. 1936 strandete sie vor der Südküste Englands.

Autorin: Beata Cece

Weitere Informationen zur Überseestadt Bremen, Ansiedlung und Vermarktung erhalten Sie bei Dagmar Nordhausen, Tel. +49 (0)421 9600 252, dagmar.nordhausen@wfb-bremen.de, und Jons Abel, Tel. +49 (0)421 9600 613, jons.abel@wfb-bremen.de