Tante Emma geht online

MyEnso eröffnet Lebensmittelläden in der Überseestadt

Vor allem in Zeiten von Corona steigt die Nachfrage nach mehr Einkaufsmöglichkeiten, die Zahl der Online-Bestellungen schnellt in die Höhe. Das spüren auch die Macher von myEnso. Das Bremer Start-up plant drei innovative Mini-Supermärkte in der Überseestadt. Die sogenannten „Tante Enso“-Läden sollen den Charme von kleinen Nachbarschaftsläden und die Vorteile des Online-Handels miteinander verbinden.

Tante Enso-Laden in Blender
Mit ihren Mini-Supermärkten wollen die Macher von myEnso Versorgungslücken schließen - in neuen Stadtquartieren, Altersheimen oder ländlichen Gegenden. In Blender, einem Ort nahe Bremen, gibt es einen Tante Enso-Laden seit September 2019. © myenso

Das Bremer Start-up myEnso hat sich vorgenommen, auf die Bedürfnisse der Menschen zu hören. Das ist der Grundgedanke des Online-Supermarkts, der genossenschaftlich organisiert ist. Soll heißen: Jede Kundin, jeder Kunde kann den Supermarkt mitgestalten und sich Anteile an dem Unternehmen sichern. 2018 ging der Online-Supermarkt an den Start. Über 40.000 Menschen aus ganz Deutschland sind aktuell angemeldet. Tendenz steigend. Seit Beginn der Corona-Krise sind die Zahl der Neuanmeldungen sprunghaft angestiegen – etwa um das Siebenfache. Auch die Zahl der Online-Bestellungen ist in einer ähnlichen Größenordnung nach oben geschnellt. Die Kundinnen und Kunden wählen aus einem Sortiment von bis zu 20.000 Artikeln aus, über das sie selbst mitbestimmen können – zum Beispiel über das Beantworten von Online-Fragebögen. Eine besonders große Rolle bei der Kundschaft spielt das Thema Nachhaltigkeit. „Viele wollen nur dann online Lebensmittel bestellen, wenn dabei nicht mehr Verpackungsmüll anfällt als beim Einkauf im Supermarkt“, sagt Norbert Hegmann, Geschäftsführer und Gründer der ENSO eCommerce GmbH. „Statt Plastik nutzen wir deshalb Papiertüten und kompostierbare Beutel als Verpackung für unsere Frische-Produkte, die wir dann in wiederverwendbaren Transportboxen zum Kunden bringen.“

Norbert Hegmann und Thorsten Bausch von myenso
Norbert Hegmann (vorne) und Thorsten Bausch haben sich das Konzept von myEnso ausgedacht. Die Idee: ein Supermarkt, der auf die Bedürfnisse der Kundschaft hört. Wie das geht? Zum Beispiel über Online-Fragebögen für die Nutzerinnen und Nutzer. © myenso

Ruf nach mehr Nahversorgern erhört

Seinen Sitz hat MyEnso in der Überseestadt, Bremens neu entwickeltem Ortsteil. Knapp 2.400 Menschen leben mittlerweile in dem 300 Hektar großen Quartier, fast 19.000 Beschäftigte haben hier ihren Arbeitsplatz. Tendenz steigend. Weil sich Bremens neuester Ortsteil so schnell entwickelt, steigt auch der Bedarf an Nahversorgern. Diesen Ruf nach mehr Vielfalt hat das Start-up erhört. „Wir hören ganz genau auf die Wünsche der Menschen und haben natürlich von der Nachfrage nach mehr Nahversorgern in der Überseestadt gehört“, sagt der zweite Geschäftsführer der ENSO eCommerce GmbH, Thorsten Bausch. „Zudem wurden wir bereits vor längerem von den Projektentwicklern und Bauträgern der Überseestadt auf diesen Bedarf angesprochen“, fügt der Co-Gründer hinzu. Ab April 2020 rollt das Start-up sein „Tante Enso“-Konzept in der Überseestadt aus. Das „Tante“ erinnert an den kleinen Nachbarschaftsladen, der sich gezielt an den Bedürfnissen und Bedingungen vor Ort ausrichtet. Das „Enso“ steht für die Verknüpfung mit dem großen Online-Angebot des Start-ups und seinen digitalen Möglichkeiten. Unterstützt wird das Unternehmen bei seinem Vorhaben von der Stadt Bremen. „Wir fühlen uns in Bremen gewollt, gefördert und integriert und das ist das wichtigste, was uns passieren kann“, so Bausch.

Tante Enso-Laden von innen
So sehen die Tante Enso-Läden von innen aus. Der Zugang ist mit der Tante Enso-Karte und dem Smartphone jederzeit möglich. © myenso

Drei Mini-Supermärkte in der Überseestadt

Geplant sind drei kleine Tante Enso Mini-Supermärkte, in denen jeweils etwa 1.000 Artikel des täglichen Lebensmittelbedarfs für den Sofortkauf erhältlich sind. Als Standorte für die kleinen Supermärkte sind vorgesehen: ein Gelände auf Höhe der Konsul-Smidt-Straße 24, die Überseeinsel (ehemaliges Kellogg-Gelände) sowie die Überseegärten (am Kommodore-Johnsen-Boulevard). Zwei Standorte werden als vollautomatisierte, begehbare Container mit jeweils 110 Quadratmeter Ladenfläche realisiert. Der dritte Standort in den Überseegärten wird ein Ladengeschäft, das zu bestimmten Uhrzeiten mit Personal besetzt ist. Mit der Tante-Enso-Karte und dem Smartphone ist der Zugang zu den Läden rund um die Uhr möglich. Was es vor Ort nicht gibt, ist online bestellbar. Das Bestellte können die Kundinnen und Kunden im Laden abholen (alle Standorte sind mit einer Abholstation versehen, an der Kühlung und Tiefkühlung möglich ist) oder sich nach Hause oder ins Büro liefern lassen. Auch Express-Lieferung innerhalb weniger Stunden ist möglich. Um bei der Auslieferung die Umwelt zu schonen, sind die Lieferanten mit Elektrofahrzeugen oder dem Lastenrad unterwegs.

MyEnso-Lieferwagen
Noch viel vor: myEnso plant drei Mini-Supermärkte in der Überseestadt. Was es vor Ort nicht gibt, ist online bestellbar. Das Bestellte können die Kundinnen und Kunden im Laden abholen oder sich nach Hause oder ins Büro liefern lassen. © myenso

Erlebniswelt auf der Überseeinsel

Auf dem ehemaligen Kellogg-Gelände, wo in den kommenden Jahren ein neues Quartier namens „Überseeinsel“ entwickelt wird, plant myEnso zudem eine Foodpioniere-Erlebniswelt. Auf etwa 500 Quadratmetern sollen hier gastronomische Angebote, Shops und Ausstellungsflächen für neue Start-ups aus der Lebensmittelbranche entstehen. Live-Cooking, kleine Messen und regelmäßige Promotions mit spannenden Newcomern aus der Foodbranche stehen auf dem Programm. Schon bald soll es losgehen: Für April oder Mai 2020 ist die Eröffnung des Tante Enso-Ladens geplant, die beiden Tante Enso-Container folgen. Durch die Corona-Krise ist eine leichte Verzögerung möglich. Die Umsetzung der Foodpioniere-Welt ist für das erste Halbjahr 2021 vorgesehen. „Wer unsere Projekte in der Überseestadt und ganz Deutschland mitgestalten möchte, kann das am besten als Teilhaberin oder Teilhaber in unserer Genossenschaft“, sagt Hegmann. „Das wäre für uns als Bremer Unternehmen ein tolles Zeichen der Unterstützung.“

Alle Informationen zum myEnso-Konzept und Teilhabemöglichkeiten unter: http://überseestadt.myenso.de/

Autorin: Beata Cece

Weitere Informationen zur Überseestadt Bremen, Ansiedlung und Vermarktung erhalten Sie bei Dagmar Nordhausen, Tel. +49 (0)421 9600 252, dagmar.nordhausen@wfb-bremen.de, und Jons Abel, Tel. +49 (0)421 9600 613, jons.abel@wfb-bremen.de