Auf den Weltmeeren zu Hause

Auf den Weltmeeren zu Hause

Die Kommodore-Ziegenbein-Allee erinnert an den legendären Kapitän und Kommodore des Norddeutschen Lloyd, Leopold Ziegenbein.

Die nach Leopold Ziegenbein benannte Straße kreuzt die Herzogin-Cecilie-Allee.
Die nach Leopold Ziegenbein benannte Straße kreuzt die Herzogin-Cecilie-Allee. © WFB/Beata Cece

Die Kommodore-Ziegenbein-Allee befindet sich an der „Hafenkante“. Sie verläuft von der Überseepromenade über den Kommodore-Johnsen-Boulevard und die Herzogin-Cecilie-Allee und endet in einem großen Wendekreis. 2010 bekam die im Zuge der Überseestadt-Entwicklung neu entstandene Straße ihren Namen – benannt wurde sie nach keinem Geringeren als einem der einst bekanntesten deutschen Kapitäne der Handelsschifffahrt, Georg August Louis Leopold Ziegenbein.

Zielstrebig: Vom Schiffsjungen zum Kapitän 

Geboren wurde Ziegenbein 1874 im niedersächsischen Celle – doch statt als junger Mann die von den Eltern gewünschte Banklehre zu machen, zog es ihn schon bald aufs Meer hinaus: Ab 1890 fuhr er, zunächst als einfacher Schiffsjunge, zur See. Nach dem Besuch der Navigationsschule Geestemünde erhielt Ziegenbein 1896 das Patent zum Schiffsoffizier. Das Kapitänspatent folgte bereits 1900 – dem Jahr, in dem er dem Norddeutschen Lloyd beitrat und sich dort in den folgenden Jahren vom Vierten zum Ersten Offizier hocharbeitete, unter anderem auf den bei internationaler Prominenz beliebten Passagierschiffen „Kaiser Wilhelm II“ und „Kronprinzessin Cecilie“. 1926 ernannte ihn die Bremer Reederei schließlich zum Kapitän. Ab 1928 wurde er zunächst als Bauaufsicht des neuen, luxuriösen Schnelldampfers „Bremen“ eingesetzt, den er nach seiner Indienststellung im Juli 1929 als Kapitän übernahm. Schon die transatlantische Jungfernfahrt nach New York war ein überwältigender Erfolg: Die „Bremen“ wurde mit dem „Blauen Band“ ausgezeichnet, eine Ehrung für das jeweils schnellste Schiff für zahlende Passagiere auf der Transatlantik-Route Europa-New York. 1932 wurde Leopold Ziegenbein vom Norddeutschen Lloyd zum Kommodore ernannt und trat 1936 – offiziell aus Altersgründen – in den Ruhestand.

Engagiert und charismatisch

Neben seinen mehrfach ausgezeichneten und weit über deutsche Grenzen hinaus anerkannten Fähigkeiten als Kapitän und Nautiker war Kommodore Ziegenbein bekannt für sein Charisma sowie sein Engagement und die Fürsorge für „seine“ Schiffe, Mannschaftsmitglieder und Passagiere. Besonders die Ausbildung des seemännischen Nachwuchses sowie die Verbesserung der Sicherheitsaspekte an Bord sowie des gesamten Schiffsbetriebes waren ihm ein großes Anliegen – auch deshalb hatte er mit der Unterstützung des sogenannten „Reisenden-Sonderdienstes“ von Gertrud Ferber einen wesentlichen Anteil am Aufbau einer ganz neuen Art der Passagier-Betreuung.

Weitere Informationen zur Überseestadt Bremen, Ansiedlung und Vermarktung erhalten Sie bei Dagmar Nordhausen, Tel. +49 (0)421 9600 252, dagmar.nordhausen@wfb-bremen.de, und Jons Abel, Tel. +49 (0)421 9600 613, jons.abel@wfb-bremen.de

Autorin: Hayat Issa