Hier beginnt die Überseestadt Bremen

von Kaffee bis Theater, von historisch bis modern

Die vordere Überseestadt wartet mit Giganten auf: Der Weser Tower ist Bremens höchstes Bürogebäude und die Geschichte des Quartiers ist eng mit dem Kaffee-Riesen Eduscho verbunden. Und was gibt´s hier noch? Wir verraten es.

Im Hintergrund: Weser Tower, Steigenberger Hotel, GOP. Theater und Chilli Club
© WFB / Jonas Ginter

Fast direkt hinter der Stephanibrücke beginnt die Überseestadt – zumindest dann, wenn man aus Richtung City in Bremens jüngsten Ortsteil geht oder fährt (seit 2009 ist das dank der Schlachte-Verlängerung übrigens auch direkt an der Weser möglich). Hier, im Weser- und Kaffee-Quartier entstanden größtenteils Neubauten für Gewerbe und Gastronomie. Hier ist aber auch ein Stück Bremer Kaffeegeschichte beheimatet und ein Theater, das alte Bremer Varieté-Geschichte wieder in Erinnerung ruft. – Grund genug, dieses Stückchen Überseestadt einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Immer am Wasser entlang: Von der City in die Überseestadt

Seit Frühjahr 2009 lässt es sich ganz prima aus der Bremer Innenstadt immer entlang der Weser in die Überseestadt laufen oder radeln. Die Weserpromenade Schlachte wurde nämlich um rund 250 Meter zwischen Stephanibrücke und Lloydstraße verlängert. Weiter ging leider nicht, denn dann beginnt bereits das Firmengrundstück von Kellogg´s. Aber über das Stepahnitorsbollwerk, links herum Auf der Muggenburg oder durch den Hilde-Adolf-Park sind insbesondere Fahrradfahrer ab Europahafenkopf wieder flott am Wasser und können ihre Tour quer durch die Überseestadt fortsetzen.

Radweg zur Überseestadt: vor dem Weser Tower
Radfahrerinnen auf der Schlachte-Promenade vor dem Weser Tower © WFB / Ingo Wagner

Von Chicago bis Bremen

Nicht zu übersehen: Im Weser-Quartier steht Bremens höchstes Bürogebäude. Der Weser Tower ist 80 Meter hoch, hat 22 Stockwerke und ist komplett verglast. Entworfen hat ihn Helmut Jahn vom Architekturbüro Murphy/Jahn (jetzt: Jahn) aus Chicago. Unter Architektur-Kennern ist er freilich bekannt, allen anderen mag das Sony Center in Berlin etwas sagen?! Das hat Helmut Jahn nämlich auch entworfen. Außerdem stammen unter anderem der Veer Towers in Las Vegas und der Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi aus seiner Feder. – Und eben der Weser Tower in Bremen, der seit 2010 den Eingang zur Überseestadt weithin sichtbar markiert.

Theater, Theater – der Vorhang geht auf

Vis-à-vis dem Weser-Tower geht seit September 2013 mittwochs bis sonntags der Vorhang im GOP Varieté-Theater Bremen auf. Im zweimonatlichen Wechsel zeigt das Haus abwechslungsreiche, humor- und fantasievolle Shows, die – typisch für ein Varieté-Theater dieser Art – vom Tisch aus bei einem guten Essen oder einem Glas Wein verfolgt werden können. Damit schließt das GOP Varieté-Theater Bremen gewissermaßen an eine alte Tradition an: Denn vor und nach dem Zweiten Weltkrieg war das „Astoria“ ein bekanntes Bremer Varieté-Theater, in dem internationale Stars auftraten. Zuerst eröffnete das Haus 1908, wurde 1944 vollständig zerstört und 1950 wiedereröffnet – mit Erfolg und Prominenz. Von Zarah Leander über Marika Rökk, Heinz Erhardt und Udo Jürgens: Das „Astoria“ hatte sie alle.

Kurzum: Bremen und Varieté, das scheint zu passen – und das merkt auch das GOP Varieté-Theater Bremen, denn die Shows sind regelmäßig ausgebucht und bereits im ersten Jahr nach der Eröffnung wurden die Erwartungen der Betreiber-Familie Grote aus Hannover übertroffen.

Direkt neben dem Theaterneubau hat die Steigenberger-Gruppe ein Vier-Sterne Superior Hotel mit Blick auf die Weser gebaut und ebenfalls 2013 eröffnet. 

Ein Stück Bremer Kaffeegeschichte

Eduscho war bis zur Übernahme durch Tchibo (1997) eine der größten deutschen Kaffeeröstereien – aus Bremen. Das Unternehmen wurde 1924 von Eduard Schopf (daher der Name) gegründet und hat – auch nach dem Verkauf an die Konkurrenz aus Hamburg – heute noch einen Namen. Mit Bremen ist Eduscho aber nach wie vor stark verbunden – und vor allem mit der Überseestadt. Denn dort, wo einst die Kaffeerösterei stand (Lloydstraße 4), befindet sich heute der Firmensitz der H. Siedentopf (GmbH & Co. KG). Was eine Immobilienholding mit Kaffee zu tun hat? Nach dem Verkauf von Eduscho an Tchibo ging der Immobilienbesitz des Unternehmens an die Immobilienholding der Schopf-Familie, die H. Siedentopf (GmbH & Co. KG), deren Geschäftsführung nach wie vor in „Schopf-Händen“ liegt.

Rund um die ehemalige Eduscho-Rösterei sind durch die H. Siedentopf (GmbH & Co. KG) einige neue (Büro-) Gebäude entstanden, in denen sich unter anderem der eigene Firmensitz befindet. Übrigens war der Bau des Weser Towers auch ein Projekt des Unternehmens.

Röserei im Kaffeequartier der Überseestadt 2011
© WFB / Jens Lehmkühler

Gastronomie-Vielfalt

Eines der neuesten Bauprojekte der H. Siedentopf (GmbH & Co. KG) ist das „Eins“. Das Gebäude erstreckt sich entlang der Eduard-Schopf-Allee und wird im Erdgeschoss unter anderem Einzelhandel und Gastronomie beherbergen. Überhaupt gibt es in der vorderen Überseestadt eine große Gastronomie-Vielfalt: von der italienischen über die asiatische hin zur griechisch-mediterranen und modernen internationalen Küche ist hier (fast) alles zu haben – und oft sogar mit Blick auf die Weser. Einen Überblick über die Gastronomie in der Überseestadt haben wir übrigens hier zusammengefasst.

Das alles – und noch viel mehr…

…gibt es am Eingang zur Überseestadt zu entdecken. Ganz zu schweigen von tollen Aussichten auf die Weser, die sich von zahlreichen (grünen) Plätzen aus dem Quartier heraus genießen lassen, und den weiteren Neubauten, die hier entstanden und entstehen (zum Beispiel das restaurierte „Weinkontor“, in dem noch ein aktiver Paternoster seine Runden dreht). Also: Selbst hinfahren und auf Erkundungstour gehen lohnt sich.

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Informationen zur allgemeinen Entwicklung der Überseestadt und freien Bauflächen erhalten Sie bei Dagmar Nordhausen, Tel. +49 (0)421 9600 252, dagmar.nordhausen [at] wfb-bremen.de und Jons Abel, Tel. +49 (0)421 9600 613, jons.abel [at] wfb-bremen.de