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Von 0 auf 546 in fünf Jahren: Wie mit der Marina Europahafen die Schiffe wieder Einzug in die Überseestadt hielten.



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Seit ihrer Eröffnung im Sommer 2011 erweitert Betreiber Jens Wirdemann die Steganlage der Marina Europahafen fast jährlich. Mittlerweile bietet er 546 Meter Anlegefläche für Hobbyskipper und ihre Boote an. Aber das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht…


Manchmal kann er es selbst kaum glauben – besonders in ruhigen Minuten und kurz nach Saisonende. „Als wir vor fünf Jahren die Marina Europahafen eröffnet haben, mischte sich Freude mit Respekt bei mir“, erinnert sich Jens Wirdemann, Betreiber der Marina Europahafen in der Überseestadt Bremen. Wird der neue Stadthafen von Wassersportlern gut angenommen? Bleibt es bei der anfänglichen Euphorie unter Freizeitskippern? Und wird es mit der erwünschten Erweiterung in den kommenden Jahren klappen? Dass er fünf Jahre nach Eröffnung der Marina rund fünf Mal so viel Anlegefläche erfolgreich anbieten wird, konnte er zu Beginn noch nicht wissen…


Traum erfüllt

Er habe immer davon geträumt, mit dem Boot in die Stadt fahren zu können, so Wirdemann. Mit der Marina Europahafen habe er sich und vielen anderen Wassersportlern diesen Traum 2011 erfüllt.

In enger Zusammenarbeit mit der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH plante er die Anlage von Beginn an mit und hat sie nach etwa einjähriger Entwicklungszeit gemeinsam mit der Stadt Bremen und den Wirtschaftsförderern realisiert. Insgesamt 1,2 Millionen Euro wurden seinerzeit investiert. Die gesamte Marina Europahafen ist aufgeteilt in einen „öffentlichen“ Anleger sowie einen privaten, von Wirdemann betriebenen, Abschnitt.


Bis Sommer 2016 im Europahafen: die "Alex"

Am „öffentlichen“ Steg liegt noch bis Sommer 2016 die Alexander von Humboldt. Das Hotel- und Gastronomieschiff hat für rund ein Jahr in der Überseestadt festgemacht, bevor es dauerhaft an die Schlachte umzieht. „Zusammen mit der ‚Alex‘ übt der Europahafen natürlich eine starke Anziehungskraft auf Bootsfahrer aus. Aber auch, wenn die Bark an die Schlachte verlegt wird, bleibt die Marina Europahafen etwas Besonderes“, ist sich Wirdemann sicher.

Der Europahafen blickt auf eine über 125-jährige bewegte Geschichte zurück.

Nach nur dreijähriger Bauphase wurde der Europahafen 1888 fertiggestellt und erhielt noch im gleichen Jahr den Status eines Freihafens. Das 1,8 Kilometer lange Hafenbecken war seinerzeit an Größe und Modernität nicht zu übertreffen und der ganze Stolz der Bremer. Bereits zur Jahrhundertwende war der Europahafen so erfolgreich, dass er aus allen Nähten platzte, so dass weitere Hafenbecken auf dem Gebiet der heutigen Überseestadt gebaut wurden. Mit dem Europahafen war der Grundstein für Bremens Aufstieg zum Welthafen gelegt.


Am Abend immer ganz besondere Stimmung

Mit großem Hallo und einem Sommerfest wurde die Marina Europahafen im Sommer 2011 eröffnet. Seitdem herrscht „entspannter Trubel“ im Hafenbecken – vor allem in den Sommermonaten. „Wir bieten sowohl Dauer- als auch Saisonliegeplätze an und haben auch immer Platz für Tagesgäste“, sagt Wirdemann. Es sei stets eine besondere Stimmung im Europahafen, wenn die Sonne untergehe, das Wasser leise an die Boote klatsche und die Gäste die Szenerie bei einem Glas Wein an Deck verfolgen. Momente, in denen für Wirdemann und seinen Hafenmeister Rolf Denker die Sommersaison ewig andauern könnte. „Allerdings stellen wir auch jedes Jahr zum Saisonende fest, dass die ruhigere Zeit im Herbst und Winter nicht zu verachten ist“, sagt der gelernte Bootsbauer mit einem Augenzwinkern, der neben der Marina Europahafen auch einen Bootsservice betreibt.


Ende der Fahnenstange nicht in Sicht

Noch bevor die ersten Dalben für die Steganlage im Hafenboden befestigt wurden, nahm Jens Wirdemann die ersten Liegeplatz-Reservierungen entgegen. Frei von Wellenschlag und Strömung können Schiffe mit stehendem Mast ohne behindernde Brücken im Europahafen festmachen. „So eine Lage finde man nicht oft“, ist sich der 45-Jährige sicher.

Trotzdem er jedes Jahr wieder auf den gleichen Erfolg hoffe wie im Vorjahr, mag sich Jens Wirdemann dessen nie allzu sicher sein. Aber er weiß auch: „Bisher waren wir immer ausgebucht und haben fast jedes Jahr erweitert. Auch 2016 kommen ein paar zusätzliche Meter für die Marina Europahafen hinzu – und die werden wir auch brauchen.“

Zur Eröffnung vor rund fünf Jahren fanden Wassersportler knappe 100 Meter Steganlage vor. Mittlerweile misst die Marina Europahafen mit 546 Metern Anlegefläche mehr als fünf Mal so viel. Bis zum Sommer sind es dann noch einmal 80 Meter mehr. Insgesamt haben dann rund 90 Boote an der Anlage Platz.

Hafenmeister Rolf Denker begrüßt vor allem Gäste aus Nachbarstädten wie Bremerhaven oder Nordenham, die gerne für eine Nacht auf ihrem Wochenend-Trip im Europahafen Rast machen. Aber auch Segler aus Berlin, Hamburg oder den Niederlanden kämen gerne in die Überseestadt.


Bootsverleih: Wassersport für Jedermann

Wer keinen Bootsführer- oder Segelschein hat, dafür aber umso mehr Lust, die Überseestadt einmal von der Wasserseite aus zu erkunden, kann sich seit zwei Jahren bei Jens Wirdemann auch kleine Jollen für einen kurzen Segeltrip auf der Weser mieten. Zudem finden Freizeitkapitäne an der Marina Europahafen auch zwei Motorbootvermietungen vor. Weitere Infos unter: www.yachtmakler-bremen.de und motorbootvermietung-bremen-hamburg.de