Überseestadt / Kriege und Krisen

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1914 - 18
 
Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges endete praktisch der gesamte Außenhandel: See- und Landwege waren blockiert, Kontore und Schiffe in feindlichen Gebieten beschlagnahmt, die Arbeitskräfte teilweise eingezogen.
Statt der 6.323 Schiffe, die 1913 in Bremischen Häfen ankamen, waren es 1915 nur noch 894.

Erst nach einiger Zeit war die Produktion erfolgreich auf Rüstungsgüter umgestellt, wie bei der AG Weser oder bei den Atlas-Werken im Europahafen. Das Hilfsdienstgesetz vom Dezember 1916 unterstellte dann effektiv alle Bereiche der Wirtschaft und alle verfügbaren männlichen Arbeitskräfte den militärischen Bedürfnissen. Die Umschlagszahlen der Häfen stiegen im Verlauf des Krieges leicht an, vor allem im Handel mit dem Ostseeraum.
 
1919
 
Als sich die Wirren des Krieges und der versuchten Räterepublik auch in Bremen legen, waren die Häfen verwaist, ohne Waren, ohne Schiffe. Von der Gesamttonnage der bremischen Schiffe verblieb weniger als ein Viertel des Vorkriegsstandes, der Großteil davon Segelschiffe und Seeleichter. Der Rest war versenkt oder von den Siegermächten requiriert.
Der Verfall der Reichsmark gegenüber anderen Währungen erschwerte Importe; Rohstoffmangel verhinderte das rasche Wachstum einer Friedensindustrie, die Exportwaren hätte produzieren können. Lediglich Getreide- und Ölmühlen arbeiteten auf voller Leistung - wie auch Schwarzmarkt und Schmuggel. Einen Vorteil hatte die schwache Mark: Die deutschen Reedereien konnten ihre ausländische Konkurrenz unterbieten und die - geringen - Kapazitäten voll auslasten.
Ein Hemmschuh dagegen war das Wegfallen der Seehäfen-Ausnahmetarife der Eisenbahn, die zuvor den Transport über den angrenzenden Weser-Bahnhof ins Binnenland erheblich verbilligt hatten. 1920 erreichte der Umschlag die Hälfte des Vorkriegs-Niveaus.

Erst eine weitere Vertiefung der Weser auf 8 Meter (1924-29) machte den Bau der 'Bremen' auf den benachbarten Anlagen der AG Weser möglich. Natürlich wurden Anlagen und Gerätschaften weiter auf dem aktuellen Stand der Technik gehalten.
In der folgenden Weltwirtschaftskrise sanken die Hafenumsätze 1931/32 um 25%.
 
1933
 
Die Reichstagswahlen zum 5. März 1933 brachten der NSDAP die absolute Mehrheit im Reichstag. So radikal der politische Wandel, so verheerend die wirtschaftlichen Verhältnisse. Bremen als Handelsstadt litt auch unter den Krisen der restlichen Welt. Die meisten Industrieländer kontrollierten den Devisenhandel, so dass oftmals Kompensationsgeschäfte (der direkte Austausch von Waren ohne Geld) gemacht wurden.

In den Vorkriegsjahren blieb der Umschlag der bremischen Häfen etwa auf gleichem Niveau, bei sinkendem Wert der Waren. Hauptgüter waren weiterhin Wolle, Tabak, Getreide und Kaffee. 1936 hatte der Überseehandel wieder circa 75 Prozent des Niveaus von 1929 erreicht. In den ersten Kriegsjahren änderte sich daran wenig, bis der Mangel an Rohstoffen und Arbeitskräften im produzierenden Gewerbe den Export zusammenbrechen ließen.
 
1939
 
Im Juni 1942 begann die Royal Air Force mit dem Bombardement Bremens, dass neben den Häfen auch vielen kriegswichtigen Unternehmen beheimatete, wie zum Beispiel die AG Weser. Für die Aufräum-, aber auch für Verladearbeiten wurden jetzt immer mehr Fremdarbeiter und Kriegsgefangene eingesetzt.

Amerikanische Tagangriffe hinterließen seit Sommer 1943 schwerste Verwüstungen: Roland- und Hansamühle, praktisch alle Speicher-, Kran- und Gleisanlagen im Europahafen, fast alle Lager im Holzhafen und viele Schiffe wurden Opfer der Bomben; ebenso der angrenzende Stadtteil Walle, in dem kaum ein Stein auf dem anderen blieb. Reparaturen im Winter 1944/45 ermöglichten kurze Zeit noch einen gewissen Nachschub an Holz, Kohle und Eisenerz.

Am 20. April 1945 eroberten britische Truppen unter General Montgomery nach einer letzten, sinnlosen Verteidigung die Hansestadt.


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